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Trampolinspringen – Fluch oder Segen?

Es ist Sommer. In den Gärten stehen sie, die meisten Kinder lieben sie: Trampoline. Doch es gibt immer mehr kritische Stimmen. Was sollten wir als Eltern bei der Überlegung, ob ein Trampolin Sinn ergibt, oder nicht, beachten?


Welche Voraussetzungen brauchen unsere Kinder, damit das Springen auf dem Trampolin auch langfristig Spaß macht?



Zunächst einmal müssen wir klären, um was es sich bei einem Trampolin eigentlich handelt: Es ist ein Sportgerät und so sollte es auch benutzt werden.


Für ein sicheres Springen brauchen die Kinder

  • Eine gute Körperspannung, um in der Flugphase eine sichere Position einzunehmen

  • Stabile Gelenke und kräftige Muskulatur

  • Eine gute Körperwahrnehmung und ein ausgeprägtes Gleichgewichtsgefühl

  • Visuelle Kontrolle und eine sichere Kopfkontrolle

  • Sie müssen zusätzlich ihre Bewegungen steuern können. Dafür ist das Fokussieren der Aufmerksamkeit unbedingt notwendig.


Damit während dieser komplexen Bewegung keine Unfälle geschehen, ist es sinnvoll das richtige Gerät zu wählen. Gerade bei sehr kleinen Kindern kann das falsche Gerät schwerwiegende Folgen haben.


Die Sprungfläche des Trampolins sollte daher nicht zu hart bespannt sein. Dies ist leider bei Geräten mit Stahlfedern meist der Fall. Besser geeignet sind Trampoline, deren Sprungtuch mittels Gummiseilringen gefedert wird. Für Kinder unter 6 Jahren eignen sich sogenannte Sprungpolster oder Hüpfmatten daher deutlich besser.

Ein Trampolin sollte mindestens eine Größe von 1m Durchmesser haben und über ein Sicherheitsnetz verfügen.


Wie kommt ein Trampolin zum passenden Einsatz?


Auf Gartentrampolinen gilt: grundsätzlich nur einzeln Springen. Für Hüftpolster und später auch für das Trampolin gilt, Kinder sollten dies erst zum Springen nutzen, wenn sie sicher gehen, balancieren und hüpfen können. Erst dann ist der kindliche Körper bereit für die stärkeren Kräfte.


Kinder lernen das motorische Programm „springen“ meist um den zweiten Geburtstag herum. Zunächst sollten sie auf festem Untergrund die Bewegung durchführen können, später dann flexibel anwenden. Das Bewegungsmuster des Sprungs ist wichtig für das spätere Gangbild. Ein Kleinkind, welches nicht richtig springen kann, wird möglicherweise später Probleme mit dem Joggen bekommen. Aus therapeutischer Sicht ist ein gut eingestelltes und auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmtes Trampolin sehr sinnvoll. Werden die Sicherheitshinweise eingehalten, kann sich das Kind durch die Bewegungen auf dem Sprungtuch deutlich weiterentwickeln.


Die gleichmäßigen Bewegungen verbessern die Ausdauer und die Körperkraft enorm. Es kommt so zu einer sehr guten Belastbarkeit des Kindes. Durch den instabilen Untergrund bekommt der Springer stets neue Gleichgewichtsreize, welche die Entwicklung der Körperwahrnehmung positiv begleiten. Damit überhaupt gleichmäßig in einem Rhythmus gesprungen werden kann, muss sich das Kind stark auf die Bewegungen konzentrieren. Es benötigt zusätzlich einen guten Aufmerksamkeitsfocus bei Drehungen und kleinen Kunststücken. Über die Muskulatur der Körpermitte kann es die Bewegungen ideal steuern und umsetzen.


Wird ein Trampolin neu angeschafft, so ist es sinnvoll mit den Kindern die Sicherheitshinweise zu besprechen. Auch für die Belastungsdosierung gilt, eine schrittweise Anpassung ist sinnvoll, damit alle körperlichen Strukturen sich nach und nach auf die neue Beanspruchung anpassen können. Und natürlich, vor dem Springen, das Aufwärmen zur Verletzungsprophylaxe nicht vergessen.


Was können Eltern als Vorbereitung auf das Trampolin anbieten?


Damit das Springen auf dem Trampolin oder Hüpfpolster gut funktioniert können immer wieder Sprung- und Hüpfspiele angeboten werden. Das klassische Käsekästchen springen ist sicherlich eines der bekanntesten Formen, die viele noch aus der eigenen Kindheit kennen. Spielformen wie diese unterstützen die visuelle Wahrnehmung, schulen die Koordination der Sprungbewegungen, fördern das Gleichgewicht und helfen den Kindern in ihrer Bewegungsplanung.

Die Kinder lernen so zunächst auf festem Untergrund, ihre Rumpf- und Beinmuskulatur richtig einzusetzen. Außerdem hat der kindliche Organismus so die Chance, sich auf stärkere Belastungen anzupassen. Das Gehirn unserer Kinder lernt so zunächst einfache Reize aus dem Bereich der Tiefensensibilität zu verarbeiten, bevor diese im Trampolin deutlich schneller und komplexer werden.

Damit Kinder sicher auf dem Trampolin unterwegs sind, ist es auf jeden Fall sinnvoll die Bewegungen vorzubereiten.


Und übrigens: auch für uns Erwachsene stellen Hüpfspiele eine Herausforderung dar - es lohnt sich, diese anzunehmen. Probiert es doch einmal aus!

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