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Feinmotorik im Kindergarten

Kleine Bewegungen mit den Fingern und Händen

Im Laufe des Elternseins, ist dies eine Frage, mit der wir uns spätestens dann unwillkührlich beschäftigen, wenn unsere Kinder anfangen mobil zu werden. Idealerweise beginnen wir schon im Kleinkindalter Entwicklungsmöglichkeiten auf zu zeigen, denn – wie bei so vielem- „früh übt sich“.


Feinmotorik, was ist das denn überhaupt?

„Die grobmotorische "Bewegungsbeherrschung" ist daher auch Voraussetzung für feinmotorische Lernprozesse.” (Zimmer, 1989)

Feinmotorik ist eng mit anderen Entwicklungsbereichen verknüpft. Dies zeigt sich in der kognitiven Leistungsfähigkeit, die sich sehr gut vom Be-Greifen eines Objektes darstellen lässt. Durch feinmotorische Handlungen öffnen sich für uns Fenster zur Umwelt. Diese sind wichtig, um kausale Zusammenhänge verstehen zu können. Schon die kleinen Regenbogenwichtel untersuchen ein Spielzeug ganz genau. Dazu nutzen sie neben den Händen vor allem auch ihren Mund. Sie sammeln so Eindrücke über die Beschaffenheit des Gegenstandes.


Um feinmotorische Bewegung durchführen zu können, benötigen die Kinder zunächst einmal grobmotorische „Bewegungsbeherrschung“. Durch schrittweise Ausdifferenzierung der Grundbewegungen werden die Ausführungen nach und nach diffiziler und der Übergang zur Feinmotorik beginnt. Für unsere Muskelfasern und unser Gehirn bedeutet dies, die Reize, welche aus der Schaltzentrale kommen innervieren für kleine Bewegungen auch nur wenige, spezielle Muskelfasern. Das bedeutet, um einen Gegenstand mit dem Mund zu befühlen muss das Baby ihn zunächst mit den Händen und Fingern greifen. Bei den ganz kleinen könnt ihr eventuell beobachten, wie sie zunächst mit den Händen eine Schlag- ähnliche Bewegung machen, die dann oftmals zunächst zufällig, später ganz gezielt zum Greifen wird. Gelingt dies, ist der "Fummelei" kaum ein Ende zu setzen. Und es ist auch wenig sinnvoll sie unterbinden zu wollen, da dem Baby ansonsten wichtige Lernfelder verwehrt bleiben.


Was sind feinmotorische Bewegungen?

Spätestens im Kindergartenalter beginnen die Kinder sich möglicherweise bereits recht ausgiebig mit gezielten Tätigkeiten zu beschäftigen, die mit ihren Händen ausgeführt werden. Und „schwups“ sind wir auch schon mitten drin. Feinmotorische Bewegungen umfassen unsere Hände und die damit ausgeführten Tätigkeiten. Die Kinder haben meist Zeiträume, in denen sie besonders aufnahmefähig sind. Diese gilt es für uns Eltern ab zu passen und mit dem nötigen Input, beziehungsweise mit möglichen Angeboten zu füllen. Kinder nutzen dann das, was sie brauchen, denn wir können uns auf die selbstbildenden Fähigkeiten der Kinder verlassen. Anfänglich dürfen wir unsere Erwartungen nicht zu hoch zu stecken, denn die Kinder beginnen diese Bewegungen mit einer Steuerung aus dem Schulter-Ellenbogenbereich. Erst nach und nach sind sie in der Lage die Fingermuskulatur gezielt ein zu setzen. Feinmotorische Bewegungen entwickeln sich erst im Laufe der Kindergartenzeit zu losgelösten Finger- und Handbewegungen, weshalb wir bei jüngeren Kindern darauf achten müssen, sie nicht zu überfordern und ausreichend Zeit zum Ausprobieren einräumen müssen. Ihr könnt vielleicht beobachten, wie aus dem reinen funktionellen Spiel des Babys im Kleinkindalter nach und nach eine neue Spielform heranwächst. Kleine Figuren bekommen in der Fantasie des Kindes eine Rolle zugewiesen, Gegenstände werden in die Spielhandlungen mit einbezogen und die Tätigkeiten der Finger und Hände werden immer geschickter im Umgang mit feinen oder gar zerbrechlichen Materialien.


Doch wofür benötigen wir Feinmotorik?

„Zehn kleine Zappelfinger...”

Sie spielt eine große Rolle im Alltag. Oftmals unbewusst angewandt findet sie in vielen Situationen ihren Platz. Fingerfertigkeit beschreibt sie in einer sehr bildhaften Form sehr gut. Vom Gemüse schneiden, über Malen, Basteln oder das Auflesen kleiner Gegenstände – überall dort, wo unsere Hände und Finger im Einsatz sind wird sie benötigt.

Ein sehr wichtiger, aber nicht direkt sichtbarer Nebeneffekt ist die damit verbundene Kreuzkoordination unserer Gehirnhälften. Sie werden miteinander verknüpft, wenn beide Hände gemeinsam eine Arbeit verrichten. Es bilden sich neue Synapsen, die uns bei den Bewegungen unterstützen. Wissenschaftler konnten sogar feststellen, dass sich eine gute Kreuzkoordination auch auf die sprachlichen Fähigkeiten auswirkt.


Wir Erwachsenen nehmen sie oftmals kaum noch wahr, da sie fast wie selbstverständlich in unseren Handlungen existiert. Doch für unsere Kinder stellt sie eine große, herausfordernde Aufgabe dar.

Sie bildet die Basis für viele alltägliche Handlungen und bis zum Schulalter können die Kinder sie fein dosieren, sodass dem Schreiben lernen nichts mehr im Wege steht. Doch dazu braucht es eine Menge Übung.


Wie lässt sich Feinmotorik sinnvoll fördern?


Für unsere Kinder ist es wichtig möglichst flexible Übungsfelder aufgezeigt zu bekommen. Oftmals ist eine direkte Förderung gar nicht notwendig, wenn die alltäglichen Handlungen und Spielformen genügend Input bieten.

Auf der einen Seite heißt dies, Kinder können im Alltag wunderbar lernen. Ob beim Wäsche aufhängen, Kleingeld sortieren oder bei Arbeiten in der Küche.

Auf der anderen Seite kann die gemeinsame Spielzeit wunderbar genutzt werden um ganz nebenbei Lernprozesse an zu regen. Das kann ein Bauen mit Klötzen, ein Steckspiel oder das Auffädeln einer Kette bedeuten. Immer dann, wenn kleinräumige Bewegungen durchgeführt werden, bei denen präzise Handlungen gefordert sind, schulen wir mit unseren Kindern die Feinmotorik.


Für uns als Eltern bedeutet dies, die Interessen des Kindes mit auf zu nehmen, neues an zu bieten und dann gemeinsam zu schauen, was zum Zeitpunkt des Handelns gefragt ist. Jedes Kind hat seine ganz eigenen Ideen. Die einen basteln gern und schulen ihre Fähigkeiten mit Schere, Stift und Papier, wiederum Andere bauen und gestalten lieber Dingen. Wie bei so vielem hilft es offen für Neues zu sein und einfach mal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Es ergeben sich so manchmal völlig neue und interessante Möglichkeiten. Und manchmal finden wir auch das Kind in uns wieder.


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