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Warum Getragen werden so unheimlich wichtig ist

Aktualisiert: 22. März 2021

Ganz nah an Mamas oder Papas Körper in der Welt ankommen und die Umwelt kennen lernen.



„Muss es denn sein, dass das arme Baby so furchtbar eingequetscht an Sie gedrückt wird? Und wäre nicht ein Kinderwagen besser für das Kind?“ – wie oft habe ich dies gerade von älteren Herrschaften aber auch in der eigenen Familie bei meiner ersten Tochter zu hören bekommen. Gefühlt tausende von Malen wurde ich darauf angesprochen, ob ich denn wirklich keinen Kinderwagen besäße. Und richtig, ich habe viele Gespräche dazu geführt und oft in staunende Gesichter geblickt.


Babys sind Traglinge


Das Getragen werden liegt in unseren Genen. Wir sind seit Urzeiten auf das Getragen werden angewiesen.

Mein Mann und ich haben uns bewusst entschieden, unsere Kinder zu tragen. Und – jetzt so im Nachhinein- war es für uns genau richtig. Wir hatten uns zunächst gar nicht so viel über die Gründe des Tragens informiert, es fühlte sich vielmehr „richtig“ an, dieses kleine Wesen ganz nah bei uns zu spüren und ihm die Wärme und Zuneigung zu geben, die es brauchte.


Grundstein für bedürfnisorientiertes Aufwachsen


Inspiriert durch die Aussage von Jean Liedloff in ihrem Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ (1977) Menschen seien Traglinge entschieden wir uns, zurück zu dem zu gehen, was schon unsere urzeitlichen Vorfahren aus reinem Instinkt taten: die Grundbedürfnisse des Säuglings zu befriedigen. Das heißt, wir entschieden uns ganz bewusst für das Tragen und gegen einen Kinderwagen, einen Laufstall und Stubenwagen.


Wie geht es den Kindern heute?


Sie haben all unsere Erwartungen erfüllt

Aus heutiger Sicht lässt sich sagen, dass es genau richtig war. Die Kinder entwickeln sich zu selbstbewussten und autonomen Individuen, die selbstsicher in die große, weite Welt blicken und sie erkunden. Sie sind in der motorischen Entwicklung unheimlich fit und können bereits mit zwei und drei Jahren auf ein breit gefächertes Bewegungsrepertoire zurückgreifen. Die Eindrücke sammeln sie bereits seit ihrer Zeit im Mutterleib. Leichte gymnastische Übungen und sanftes Ausdauertraining bildeten die ersten Eindrücke. In der Trage kamen dann viele alltägliche Bewegungen hinzu. Für ein kleines Baby bedeutet dies, es wird hin und her geschaukelt, nach vorn, zur Seite und nach hinten gekippt, es hört und riecht Alltägliches aus der Umgebung und natürlich erfährt es Wärme, Hitze und Kälte.


Mit einem bewussten Blick auf die Trageweise sieht man heute viele „richtig“ getragene Kinder, aber leider auch immer noch viele, die in einer ungünstigen Position durch den Alltag bewegt werden. Dazu ist es tatsächlich wichtig, sich kurz mit den Basics auseinander zu setzen. Ein Säugling hat eine andere Hüft- und Rückenform als ein laufendes Kleinkind. Das bedeutet er sollte zum Träger schauen, damit der Rücken schön rund werden kann und die Beine in der so genannten „Anhock-Spreiz-Haltung“ haben. Dazu befindet sich der Po ziemlich weit unten und die Füße, Knie und Beine bilden mit ihm gemeinsam ein „M“. Mit zunehmender Mobilität wird der Rücken dann immer ein Stückchen mehr aufgerichtet. Sobald die Babys eine gute Kopfkontrolle aufweisen können sie auch auf dem Rücken getragen werden.

Die Trage oder das Tragetuch sollte dazu am Besten ein weiches Rückenteil haben, dass sich idealerweise an das Baby und den Träger anschmiegt. Ob ihr im Tuch oder in einer Trage tragt, das probiert ihr am Besten aus, wenn das Baby geboren ist.

Das Tragen selbst mache ich mit meinen Mädels auch tatsächlich heute noch. Zwar nicht mehr so oft, da sie ja beide auf eigenen Füßen stehen, aber ab und zu kuscheln sie sich gerne in ihren „Sack“ und genießen eine kleine Auszeit vom aufregenden Alltag.


Ihr wollt auch Tragen?

Dann nichts wie los. Sobald euer kleiner Schatz da ist, könnt ihr entweder gleich selbst aktiv werden (Infos dazu natürlich auch in unserer Mediathek) oder ihr nutzt die Möglichkeit einer Trageberatung.

Sicher ist, ihr müsst für Euch die ideale Trage oder perfekte Bindeweise finden, um eurem Baby das Ankommen in der Welt bestmöglich zu gestalten.

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