Lernen ist keine rein kognitive Angelegenheit. Konzentration, Impulskontrolle und Arbeitsgedächtnis entstehen nicht am Schreibtisch. Sie werden durch Bewegung geprägt.
Konzentration, Impulskontrolle und Arbeitsgedächtnis. Fachleute fassen das unter dem Begriff „exekutive Funktionen“ zusammen. Dies gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für schulisches Lernen. Konzentriertes Arbeiten, mehrschrittige Anweisungen befolgen, bei schwierigen Aufgaben durchhalten, mit Frustration umgehen: Das verlangt weit mehr als Fachwissen. Es braucht Selbststeuerung: Impulse kontrollieren, Informationen im Kopf behalten, flexibel zwischen Anforderungen wechseln.
Diese exekutiven Funktionen entwickeln sich nicht von selbst am Schreibtisch, sondern werden maßgeblich durch Bewegungserfahrungen geprägt. Bewegung bleibt damit auch dann ein Lernmotor, auch wenn Kinder längst Vokabeln lernen statt zu krabbeln.
In einer mehrmonatigen Studie mit kontrollierten Untersuchungen an Grundschulkindern wurden verschiedene Bewegungsformen verglichen.
Bewegung mit Entscheidungen, Regeln, Reaktionsaufgaben und wechselnden Anforderungen wirkt deutlich stärker auf exekutive Funktionen als rein aerobes Training, das nur den Energieverbrauch erhöht. Auch grundlegende Fertigkeiten wie Werfen, Fangen und Balancieren wirken sich spürbar positiv aus.