Bewegung ist in den ersten Lebensjahren weit mehr als körperliche Betätigung. Sie ist die Grundlage, auf der Wahrnehmung, Sprache, Denken und soziales Verhalten überhaupt erst entstehen.
Entwicklung braucht Bewegung. Kinder entdecken die Welt nicht nur mit ihren Augen. Sie begreifen sie mit ihrem ganzen Körper. Sie krabbeln, klettern, balancieren, springen, fallen hin, stehen wieder auf und sammeln dabei jeden Tag neue Erfahrungen. Durch Bewegung lernen Kinder, ihren eigenen Körper wahrzunehmen und einzuschätzen. Sie erleben, was sie bereits können, wo ihre Grenzen liegen und wie sie Herausforderungen Schritt für Schritt bewältigen können. Diese Erfahrungen stärken Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und emotionale Sicherheit. Wahrnehmung, Bewegung und Lernen sind eng miteinander verbunden. Gleichgewicht, Koordination, räumliche Orientierung, Aufmerksamkeit und Körpergefühl entwickeln sich nicht isoliert von einander beim Spielen und Bewegen. Es entstehen ständig neue Verknüpfungen zwischen Wahrnehmung, Denken und Handeln. Auch sozial und emotional bietet Bewegung wertvolle Lernmomente: Warten, Ausprobieren, Verlieren, Mutig sein, Rücksicht nehmen: All das braucht seinen Raum und seine Zeit.
Je vielfältiger diese Erfahrungen sind, desto breiter ist das Fundament, auf dem ein Kind aufbauen kann. Umgekehrt braucht es keinen Trainingsplan: freies Spiel, Bewegung draußen und altersgerechte, fachlich aufgearbeitete Angebote reichen.
Kinder, die psychomotorisch begleitet gefördert werden, zeigen gegenüber nicht geförderten Kindern in nahezu allen Bereichen der körperlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung deutliche Vorteile:
Wer weiß, welche Entwicklungsschritte wann anstehen, kann Bewegungsanlässe gezielter schaffen und Fortschritte richtig einordnen. Eine stark behütende Haltung schränkt den Bewegungsraum oft unbewusst ein. Kinder, die eigenständig ausprobieren dürfen, entwickeln sich motorisch nachweislich besser.