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Das Kreuz mit dem Kreuz

Rückenschmerzen - eine Volkskrankheit



Unser Rücken stellt eine komplexe Struktur mitten im Körper dar. Mitten drin: unsere Wirbelsäule. Ohne unsere Wirbelsäule wäre es nicht denkbar, dass wir uns aufrecht bewegen. Muskulatur, knöcherne Strukturen, Faszien und Nerven bilden ein ineinander greifendes System, welches gemeinsam mit Zwerchfell, Bauch- und Beckenbodenmuskulatur für unsere Körpermitte sorgt.


Schauen wir uns im Freundes- und Bekanntenkreis um, so hören wir oft: "Ich habe Rückenschmerzen!" - doch woran liegt dies? Rückenschmerzen gehört zu den Volkskrankheiten. So unterschiedlich wie die Menschen sind - genauso unterschiedlich treten auch die Schmerzformen im Rückenbereich auf.


Aber starten wir ganz von vorne.


Anatomie & Funktionsweise des Rückens

Zu den wichtigsten Strukturen unseres Rückens gehören:

  • Wirbelkörper

  • Wirbelsäulenabschnitte

  • Doppel S-Krümmung

  • Bandscheiben

  • Rückenmark

  • Muskulatur


Diese Systeme greifen ineinander und unterstützen einander in ihren Funktionsweisen. Unsre Wirbelsäule bildet dabei die zentrale knöcherne Struktur. Sie wird aus den Wirbelkörpern gebildet. Diese umfassen einen Dornfortsatz, einen Querfortsatz, das Foramen und den Rückenmarkkanal.

(Bild Wirbel)

Unsere Wirbelsäule wird unterteilt in Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Sie bildet eine Doppel-S-Form zur Stoßdämpfung und zum Ausbalancieren des Gleichgewichts.

Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern liegen die Bandscheiben. Ihr Wasseranteil liegt bei 80-85%. Durch Bewegung werden die Bandscheiben ernährt. Dies kannst du dir vorstellen in etwa wie ein Schwamm, der bei Druck Flüssigkeit abgibt und ohne Druck sich mit ebensolcher vollsaugt. Außen bestehen die Bandscheiben aus einem elastischen Faserring. Innen liegt ein weicher Kern mit gelartiger Flüssigkern. Die Funktion der Bandscheiben ist die Stoßdämpfung und das gleichmäßige Verteilen des Drucks. Sie ermöglichen die Beweglichkeit der WS in alle Richtungen.


Inmitten der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark. Es ist ein Strang von Nervenzellen und reicht von Hirnstamm bis zum Lendenwirbelbereich. Es ist zuständig für die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem restlichem Körper. Sensible Bahnen leiten Signale aus der Peripherie ans Gehirn und motorische Bahnen übermitteln Signale von Gehirn an die Muskulatur. So können wir verschiedene Bewegungen überhaupt ausführen.


Die Muskulatur im Rumpfbereich wird in drei Bereiche unterteilt. Jeder Bereich hat bestimmte Funktionen. Alle drei Muskelpartien bilden eine Einheit.

Die Rückenmuskulatur:

Unser Rückenstrecker Mm. Erector spinae agiert hauptsächlich statisch. Er besteht aus drei kleinen Muskelgruppen. Seine Funktion ist die Streckung und seitlichen Beugung der Wirbelsäule. Er wird unterstützt von einer Vielzahl weiterer kleiner Muskeln.


Die Bauchmuskulatur besteht aus vier Muskelbereichen:

  • M. transversuch abdominis (querverlaufende Bauchmuskulatur)

  • M. rectus abdominis (gerader Bauchmuskel)

  • M. obliquus externus und internus (schräge Bauchmuskulatur)

  • M. quadratus lumborum (quadratischer Lendenmuskel)


Sie sorgt für die Bewegung des Rumpfes nach vorne und schräg zur Seite.


Die Grundplatte des Rumpfes bildet der Beckenboden. Er erstreckt sich vom Schambein bis zum Steißbein. Auf ihm Ruhen die Organe des kleinen Beckens. Der Beckenboden arbeitet in einer Muskelkette mit den Bauch und Rückenmuskeln. Eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur kann zu verschiedenen Gesundheitsprobleme führen. Auch andersrum ist es möglich, dass Rückenprobleme den Beckenboden abschwächen.


Das Zwerchfell bildet den Übergang vom Bauchraum zum Lungenflügel. Der große Atemmuskel trennt die Brust- und Bauchhöhle. Er stabilisiert den Rumpf gemeinsam mit den Rücken-, Bauch- und Brustmuskulatur. Ein unelastisches Zwerchfell kann zu einer flachen Atmung und Symptomen wie Atemnot, Brust- und Rückenschmerzen führen. Dadurch wird beispielsweise der Rumpf nicht mehr genügend stabilisiert.


Volkskrankheit "Rückenschmerzen"
Die Hauptursache für Krankschreibungen in Deutschland

Das Problem nimmt in den letzten Jahren massiv zu. Immer mehr Betroffene fühlen einen phasenweise oder permanenten Schmerz in ihrer Körperrückseite. Oftmals kommen die Schmerzen scheinbar aus dem Nichts. Die gute Nachricht: du kannst unheimlich viel gegen diese Schmerzen machen.


Rückenschmerzen können verschiedene Auslöser haben:

  • Bewegungsmangel

  • Einseitige Belastung am Arbeitsplatz

  • Übergewicht

  • Psychische Belastung

  • Verletzungen / Unfälle

  • Fehlbildungen / Fehlhaltungen


Durch regelmäßiges Bewegen, Mobilisieren, Muskellängentraining und Krafttraining kannst du langfristig deinen Rücken und deinen Rumpf vor Schmerzen schützen. Ein gerät-gestütztes Grundlagentraining in Verbindung mit Eigengewichtsübungen sind optimal, um langfristig schmerzfrei zu sein. Durch ein solches Training ist beispielsweise langes Sitzen im Büro kein Problem.


Richtig Sitzen - Geht das überhaupt?

Sitzen ist eine Grundhaltung des Menschen. Gesund ist es, höchstens 6h am Tag zu sitzen. Im Durchschnitt sitzen wir 9,2h / Tag (Quelle: DKV). Zu viel Sitzen erhöht das Risiko für viele Krankheiten (z.B. Rückenschmerzen).



"Richtiges" Sitzen bedeutet: flexibles Sitzen. Wenn du am Arbeitsplatz sitzen musst, dann sitze aufrecht, mit nach vorn gekipptem Becken und leicht abfallenden Oberschenkeln. Die Oberschenkel bilden einen offenen Winkel von 45-60°. Lass deinen Schultergürtel entspannt ruhen und hebe dein Brustbein nach vorn und oben an. Strecke deine Halswirbelsäule und richte dich auf. So kannst du deine sitzenden Phasen optimal ausrichten.


Flexible Sitzpositionen können dir helfen, Schmerzen und einseitige Belastungen vorzubeugen. Wenn du regelmäßig einer sitzenden Tätigkeit nachgehst, können zusätzliche kleine Bewegungspausen helfen, mehr Bewegung in deinen Rücken zu bringen.

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